Die Familie Nordhoff betreibt seit über 220 Jahren ein Handwerksunternehmen in Damme und zählt damit zu den ältesten Familienbetrieben der Region. Bereits um 1800 war Rudolph Nordhoff als Kupferschmied tätig – sein Gesellen- und Wanderbrief aus dem Jahr 1804 bezeugt dies eindrucksvoll. In der Kupferschmiede wurden neben Alltagsgegenständen wie Kaffeekesseln und Kuchenformen auch Feuerwehrspritzen hergestellt, die sogar ins Ausland geliefert wurden.
Im Laufe der Generationen entwickelte sich das Unternehmen weiter: Unter C.R. Nordhoff (1862–1934) wurde das Sortiment deutlich erweitert und reichte von Blitzableitern über Fahrräder bis hin zu Kinderspielzeug und Heizungsanlagen. 1904 entstand ein neues Geschäftshaus an der Großen Straße, das bis heute ein Wahrzeichen ist. Trotz zahlreicher Erbteilungen gelang es der Familie durch Fleiß und Unternehmergeist, den Betrieb stetig auszubauen.
1804
Rudolph Nordhoff schließt seine handwerkliche Ausbildung erfolgreich ab und erhält seinen Gesellenbrief als Kupferschläger in Warendorf. Dieser Schritt markiert den Beginn seines beruflichen Werdegangs im traditionellen Handwerk – eine Grundlage für die spätere Unternehmensgründung.
Gesellenbrief aus dem Jahr 1804
1805
Rudolph Nordhoff begibt sich auf Wanderschaft, wie es damals für junge Handwerker üblich war. Seine Stationen führen ihn unter anderem nach Düsseldorf, wo er bei verschiedenen Meistern arbeitet. Seine Wanderbriefe dokumentieren diese Zeit eindrucksvoll und zeigen sein Bestreben, Wissen und Können bei angesehenen Betrieben zu erweitern.
1807
Ein offizieller Passierschein belegt die Weiterreise von Rudolph Nordhoff während seiner Wanderschaft. Dieses Dokument unterstreicht nicht nur seine Mobilität als Handwerksgeselle, sondern auch seine aktive Suche nach fachlicher Weiterentwicklung in verschiedenen Regionen.
1808
Nach mehreren Jahren der Wanderschaft lässt sich Rudolph Nordhoff in Damme nieder und gründet dort seinen eigenen Kupferschmiedebetrieb. In offiziellen Quellen wird er als Kupferschmiedemeister erwähnt – ein bedeutender Schritt, der die Geburtsstunde des Familienunternehmens markiert und den Beginn einer über 200-jährigen Firmengeschichte einläutet.
Familie Nordhoff(ca. 1913)
(sitzend, v.l.:) Engeline, Henriette, Carl Rudolph.
(stehend, v.l.:) Rudolph, Maximilian und Martha
1886
Mehr als sieben Jahrzehnte nach der Gründung passt sich der Betrieb unter der Leitung nachfolgender Generationen den technischen Entwicklungen an: In einer Anzeige der Oldenburgischen Volkszeitung wirbt das Unternehmen für moderne Produkte wie elektrische Klingeln, Haustelegraphen und Gasbeleuchtung. Dies belegt nicht nur Innovationsfreude, sondern auch die Fähigkeit, neue Technologien ins handwerkliche Angebot zu integrieren.
Inserat durch die Oldenburgische Schweiz ( 1929)
1888
Nur zwei Jahre später schaltet der Betrieb erneut eine Anzeige in der Oldenburgischen Volkszeitung: Neben der Bewerbung seiner Produkte wird auch gezielt nach Lehrlingen gesucht. Dies deutet auf eine gesunde betriebliche Entwicklung hin – sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch im Bereich der Nachwuchsförderung.
ca. 1900–1914
Diese Jahre gelten als Blütezeit des Unternehmens unter der Führung von Carl Rudolf Nordhoff. Das Hauptbuch aus dieser Zeit dokumentiert eindrucksvoll die Vielfalt und Reichweite der Produktion: Von Feuerspritzen über Kurzwaren bis hin zu Haushaltsgeräten – das Unternehmen bedient nicht nur die Region, sondern liefert auch überregional. Die handwerkliche Qualität und Organisation ermöglichen eine breite Produktpalette und festigen den Ruf des Betriebs.
Geschäft Nordhaff (Datum unbekannt)
1951
Ein bedeutender Generationswechsel erfolgt, als Maximilian Nordhoff seinen Meisterbrief als Klempnermeister erhält. Damit übernimmt er die Verantwortung für den Fortbestand des Unternehmens. Die handwerkliche Tradition wird in der Familie weitergetragen, das Unternehmen bleibt fest in Familienhand.
2010
Die Firma Nordhoff feiert ihr 220-jähriges Bestehen – ein außergewöhnliches Jubiläum, das nur wenige Unternehmen vorweisen können. Sie wird als das älteste noch bestehende Familienunternehmen in Damme gewürdigt. Dieses Ereignis macht deutlich, wie fest die Firma in der Region verwurzelt ist – und wie erfolgreich sie über zwei Jahrhunderte hinweg den Spagat zwischen Tradition und Wandel gemeistert hat.
Haus Nordhoff (2012)